I’m fixing a hole where the rain comes in, …

… to stop my mind from wanderin’.   The Beatles, Yellow Submarine

Non-Dualistic Awareness
– Non-Duales Bewusstsein

Here the link to the audio in English.

“Ein Bezug auf das “Non-Duale Bewusstsein” ist solange nutzlos, solange nicht eine praktische Technik mitgeliefert wird, wie man es oder zumindest einen Geschmack davon (sapientia)105 erlangen kann. Hier soll also eine Meditations-Technik vorgestellt werden, die meinem Geschmack entspricht, und wohl vieler Menschen im Westen, und der Erkenntnis, dass es im praktischen Leben nicht immer einfach oder möglich ist, eine harte und anstrengende Meditations-Praxis ohne die stützende Gemeinschaft eines Klosters, Ashrams oder einer Sangha über Jahre hinweg kontinuierlich durchzuführen.

Nach meiner Einschätzung ist die Meditation die beste, die die Praktizierende/n in die Lage versetzt, selbstständig zu weiteren Stufen vorzudringen, ohne dass man weitere Schub- und Zughilfen von Aussen benötigt (etwa in Form eines “erleuchteten” Meisters, einer Sangha, oder einem abgestuften System von Initiationen). In der Computertechnik spricht man analog von einem Bootstrap-Prozess, und nach Münchhausen ist es eine Methode, “sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen”.

Die Technik beruht auf einer Kombination einer abgespeckten Zazen- / Vipassana Methode mit der Brahma-Kumaris Meditation.106 Dazu braucht man sich nicht in irgendeine bestimmte Position zu setzen, und man kann es auch liegend oder im Gehen ausführen.107 Man achtet wie beim Zazen oder Vipassana einfach auf den Atem, und behält ihn im Fokus der Aufmerksamkeit. Man konzentriert sich aber nicht auf den Atem, wie er durch die Nase streicht, sondern auf den Kontrollpunkt der zwischenablage01Atemwelle. Der Kontrollpunkt wird ganz automatisch bewusst, sobald man sich auf den Atem konzentriert. Dieser Kontrollpunkt wandert mit dem Atemzyklus durch den Körper, in etwa in einer elliptischen Bewegung.
Wichtig ist vor allem, dass man den Kontakt zu dem Kontrollpunkt bei den Umkehrungen des Atemzuges nicht abbrechen lässt. Gleichzeitig stellt man sich diesen Punkt als infinitesimal klein vor, und wenn mangerne eine Visualisation dazu machen möchte, kann man sich diesen Punkt als “Gott” oder ein sonstiges “Summum Bonum” vorstellen, welches der gerade präferierten Glaubensrichtung entspricht. Die einzige Bedingung dabei ist, dass der Punkt infinitesimal klein ist. Dies dient der Annäherung an und der Aufhebung des an sich unüberwindlichen logischen Paradoxons, dass Bewusstsein in seiner Funktion immer Bewusstsein von irgend etwas, dem Objekt ist. Wenn das Aufmerksamkeits-Objekt ein infinitesimal kleiner Punkt ist, hat man ein Objekt, das gleichzeitig kein Objekt ist. Ein ähnliches Prinzip hat Cusanus in “Docta Ignorantia” und Leibniz mit seiner
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105 Korvin-Krasinski: 1986, 420
106 Nagel, Stephan: “Brahmas geheime Schöpfung”, Peter Lang, Frankfurt/M (1999), p.
301-302. Weiteres Material aus christlicher Sicht: Korvin-Krasinski: 1986, 416-434.
107 Nach einiger Praxis stellt sich von selbst das Bedürfnis ein, sich gerade zu setzen,
was natürlich förderlich ist, aber es ist keine notwendige Voraussetzung.
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Differential-Rechnung eingeführt. Diese Technik lässt sich immer und überall durchführen, im Bus oder Bahn, im Warteraum, etc. nur beim Autofahren sollte man sie auf keinen Fall anwenden. Was die Effizienz von Meditations-Techniken angeht, gibt es grosse Unterschiede bei den Menschen, und was bei dem einen sofort Ergebnisse zeigt, wirkt bei anderen überhaupt nicht. Daher, sollte man den Kontrollpunkt nach ein paar Versuchen nicht finden, ist die Technik für die betreffende Person nutzlos und man muss sich auf dem Markt nach etwas anderem umsehen. Auf jeden Fall ist mein Rat, dass man keine Technik über Monate hindurch praktizieren sollte, wenn man nicht nach ca. einer Woche konkrete Ergebnisse erhält. Und die hier genannte Methode ist so einfach, dass man sie ohne weiteres in einer Woche etwa 1-2 mal am Tag für ca. 20-30 Min. probieren kann. Weiterhin sollte man sich durch den Begriff “Kontrollpunkt” nicht in die Irre führen lassen, dass hiermit eine Yoga-Atem-Kontroll-Technik gemeint ist (Pranayama). Der feine Unterschied ist, dass mit der Konzentration der Aufmerksamkeit der unbewusste, autonome Prozess des Atems aufgehoben wird, und es erscheint erst einmal praktisch unmöglich, den Atem nicht zu kontrollieren. Das ist soweit ok, solange man nicht glaubt, man müsste ihn kontrollieren, oder zu versuchen, irgendwelche psychischen Effekte durch die Kontrolle zu erzielen. Hier gilt die alte Zen-Regel, dass Lichterscheinungen und sonstige paranormale Dinge wie die Holz-
Späne beim Drechsler sind. Sie sind das Abfallprodukt und nicht etwa Anzeichen eines Fortschritts.

Goppold, Andreas: Noologie und das Spannungsfeld von Liebe, Wissen und Macht

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